„Jobs werden häufig beim Kaffee gemacht!“ Lars Hahn im Interview

Lars Hahn
Lars Hahn

Lars Hahn verantwortet als Geschäftsführer die LVQ Weiterbildung gGmbH. Ich kenne ihn außerdem als einen außergewöhnlichen Netzwerker, der unter @DerLarsHahn twittert, auf Facebook teilt, kommentiert und in seinem Blog „Systematisch Kaffeetrinken“ über seine persönlichen Ansichten zu Karriere, Weiterbildung, Arbeitswelt und Social Media bloggt. Über sich selbst schreibt er: „Trendschnüffeln, Social Media und Netzwerken – virtuell und real – sind meine Passion.“ Als gebürtiger Ostfriese spricht Lars fließend plattdeutsch (was ich sehr gern höre!), als Wahl-Bewohner des Ruhrgebiets liebt er es zu joggen und zeigt auch schon mal ein paar Streckenansichten bei Instagram unter @derlarshahn.

Ute Blindert: Moin Lars, Ostfriesen gelten ja eher als zurückhaltend. Warum klappt das mit dem Netzwerken eigentlich so gut bei dir?
Da bin ich wohl eher untypisch. Ich bin aber ja auch einige Zeit im Ruhrgebiet. Und hier sind die Leute sehr unkompliziert. Da hab ich wohl was abgekriegt.

Vor einiger Zeit hast du dein Blog „Systematisch Kaffeetrinken“ ins Leben gerufen. Was verstehst du genau darunter?
Naja, wenn man zum Bespiel Leute fragt, wie sie ihren Job bekommen haben, so folgt manchmal als Antwort: „Das war quasi zufällig. Ich hatte eine alte Freundin zum Kaffee getroffen, und als sie da so über den Stress bei ihrer Arbeit plauderte, weil sie zu wenige seien, da ergab eines das andere und ich saß am nächsten Tag bei ihrem Chef. Kurzes Gespräch und ich hatte den Job.“ Typisches Beispiel.
Jobs werden also häufig beim Kaffee gemacht. Und da man meistens nicht auf den Zufall warten kann, sollte man eben Systematisch Kaffeetrinken.

Du befasst dich auf deinem Blog auch viel mit der „Arbeitswelt der Zukunft“. Welche Entwicklungen siehst Du in der kommenden Zeit als besonders entscheidend an?
Digitalisierung ist natürlich nicht nur ein Buzzword, sondern in der Tat noch lange Zeit ein Kernthema. Vernetztes Herangehen an die Arbeit geht damit einher.
Zwar werden auch Flexibiliät von Arbeitsort und –zeiten Einzug halten, was sich viele wünschen, aber auch das erfordert neue Fähigkeiten. Selbstorganisation ist da zu nennen. Das bringt einem ja in der Regel keiner bei.

Viele Menschen sagen ja immer, zum Netzwerken hätten sie keine Zeit. Was antwortest du denen?
Ich kenne Menschen, die sagen, sie hätten zum Schlafen keine Zeit. Es ist eben eine Frage der Prioritäten. Außerdem: Wenn man Netzwerken weniger als Tätigkeit, sondern mehr als Spiel betrachtet, geht das automatisch ins Blut über.

Manche reagieren ganz allergisch, wenn man ihnen vorschlägt, sich Facebook auch mal als berufliches Netzwerk anzuschauen. „Ich poste doch nicht mein Mittagessen!“ rufen sie empört. Von dir sieht man auch schon deine Joggingstrecke… Wie siehst du das denn?
Ich bin ja auch bei Facebook nicht wirklich privat. Aber sehr persönlich. Das heißt, „Menscheln“ darf schon dazu gehören. Übers Joggen habe ich seit je her gerne auch im Geschäftsalltag gesprochen.
Wer Facebook aber nicht beruflich nutzen möchte, der soll das auch lassen. Aber dann werden XING und LinkedIn umso wichtiger.

Du hast mir mal erzählt, dass du Pädagogik studiert und lange als Fahrlehrer gearbeitet hast. Heute bist du Geschäftsführer einer Bildungseinrichtung. Wie wird man das?
Ich bin da so reingerutscht. Ernsthaft? Wer Pädagogik studiert, macht das nicht unbedingt, um Geschäftsführer zu werden, sondern eher um die Welt ein bischen besser zu machen. Aber mein Studienthema war bereits Bildungsberatung und -management. Das mache ich heute noch. Nur eben leitender. Karrieren sind in kleinen Unternehmen oft recht unpragmatisch. Bei Engagement wirst Du da automatisch gefordert.

Was würdest du den Absolventen deiner Kurse empfehlen? Sollen sie nun netzwerken oder brauchen sie es vielleicht gar nicht?
Klar. Wenn man netzwerken pragmatisch betrachtet, kann das ja jeder. Wir haben ja viele Hochschulabsolventen, die sogar mit Support durch Arbeitsagentur oder Jobcenter ihre Weiterbildung bei uns machen. Viele dieser Absolventen sind ja Naturwissenschaftler oder Ingenieure, die bei uns zum Beispiel Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Qualitätsmanager werden. Denen empfehle ich dann bisweilen, „Feldforschung“ in punkto beruflichem Arbeitsfeld zu betreiben – gewissermaßen fächergerechtes Netzwerken.
Unseren geisteswissenschaftlich oder BWL-geprägten Teilnehmern, die bei uns eher Marketing, Online-Redaktion oder Social Media Management machen, rate ich dann schon zu beruflicher Marktforschung.
Wichtig ist doch, dass die Art des Netzwerkens zu einem passt. Und ob ich jetzt systematisch Kaffeetrinken oder Teetrinken gehe, ist dann eher einerlei.

Abschlussfrage: Wenn wir uns endlich mal wieder auf einen echten Kaffee treffen, welche Art der Zubereitung empfiehlst du mir?
Ich selbst stehe ja auf espresso doppio macchiato. Also starker Espresso mit reinem Milchschaum. Deutschen Bohnenkaffee trinke ich ja auch. Dann am liebsten schwarz. Aber Dir würde ich empfehlen, den Kaffee so zu trinken, wie er zu Dir passt.

Netzwerken für Introvertierte – Interview mit Natalie Schnack

Natalie Schnack spielt Improtheater. Dass sie sich selbst als introvertierten Menschen bezeichnet nimmt man ihr erst einmal gar nicht ab, so herzlich und offen geht sie auf Menschen zu. Mit ihrem Buch „Leise überzeugen. Mehr Präsenz für Introvertierte. Der Ratgeber für Alltag und Beruf“ hilft sie Introvertierten, auf Augenhöhe zu kommunizieren und sichtbar zu werden. Da ich das Argument: „Ach, Netzwerken liegt mir nicht so, dafür bin ich zu zurückhaltend,“ sehr oft höre, freue ich mich sehr darauf, ein paar Tipps von Natalie einholen zu können.

Ute Blindert: Hallo Natalie, wenn ich übers Netzwerken spreche, höre ich von vielen Menschen das Argument: „Das liegt mir nicht. Dafür bin ich zu zurückhaltend.“ Was hältst du davon?
Ich nehme diese Aussage sehr ernst. Nicht zuletzt, weil ich selbst betroffen bin. Nur habe ich es gelernt, die Sache mit Vorbereitung anzugehen. Das heißt, ich nutze intensiv Social Media, wo man sich über einen längeren Zeitraum interessanten Menschen gut annähern kann. Wenn wir uns dann persönlich treffen, kann ich offen in den Kontakt gehen. Aber lass mich allein in einem Raum voller fremden Menschen, da bin ich verloren.

Überzeugt leise – und macht manchmal auch Krach: Natalie Schnack. Bild: Cornelia Hansen

Da macht sich der Unterschied zwischen introvertiert und extrovertiert wirklich bemerkbar. Wir werden ja schon mit einem bestimmten Temperament geboren. Und am stärksten werden wir durch unsere Umwelt und unsere Erfahrungen mit anderen Menschen geprägt.
Wenn man schon von klein auf sich selbst genug ist und nur wenig Kontakt zu anderen braucht, um zufrieden und nicht gelangweilt zu sein, bekommt man ja auch oft Unverständnis gespiegelt. Unsere Gesellschaft ist nun mal auf das Miteinander und Gruppen ausgerichtet. Da fällt man dann schnell aus dem Rahmen, wenn man das nicht so mag, oft nachdenklich ist und viel Ruhe braucht.
Das ist natürlich ganz anders bei jemanden, der von Anfang an sehr aufgeweckt ist und viel Kontakt und Austausch mit anderen braucht, um Dinge zu entwickeln und zufrieden zu sein, also extrovertiert ist.

Netzwerken ist eine Fähigkeit, die man sich durch das ständige Üben über das ganze Leben aneignet. Jemand, der schon immer viel Kontakt zu anderen aufgenommen hat und sich es nicht anders vorstellen kann, ist da natürlich im Vorteil, wenn es darum geht, schnell mit Fremden eine Verbindung einzugehen. Ganz anders ist es für jemanden, der diese Erfahrungen so nicht machen konnte. Und auch die Notwendigkeit nicht so sieht.

Introvertierte brauchen ein starkes Warum

Das heißt, zurückhaltende Menschen haben vollkommen recht, wenn Sie sagen, dass sie das so nicht können. Für sie läuft Netzwerken nicht so, wie das überall propagiert wird, da es immer auf Extrovertierte bezogen ist. Introvertierte brauchen erst einmal ein wirklich starkes Warum – Sie müssen eine starke Motivation finden, um sich diese neuen Qualitäten anzueignen.

Wie arbeitest du mit den Menschen daran, sichtbarer zu werden?
Für mich ist das Wichtigste, dass die Menschen, die zu mir kommen, erkennen, dass sie nicht irgendwie „falsch“ oder „mängelbehaftet“ sind, wenn sie dem Ruf der Gesellschaft nach Exzellenz, Inszenierung, Verkaufs- und Selbstanpreisung nicht entsprechen (wollen).
Selbstakzeptanz ist eine der wichtigsten Aufgaben der Persönlichkeitsentwicklung, finde ich. Und dazu gehört, dass jeder Mensch weiß, was ihn ausmacht, wo er sich von anderen in seinem Umfeld unterscheidet und das als etwas Erfreuliches Wert schätzt, statt irgendjemand sein zu wollen, der man nicht ist.

Baustellen müssen bearbeitet werden

Und natürlich auch die eigenen Baustellen zu bearbeiten. Dazu gehören auch die Schwierigkeiten beim Netzwerken:

  1. Wir erarbeiten ein klares Ziel und die Motivation dazu (das Warum)
  2. Hier tauchen dann die Bedenken auf, warum das alles doch nicht geht. Das ist ein wichtiger Ansatzpunkt. Also arbeiten wir daran, diese Bedenken aufzulösen.
  3. Dann werden konkrete Pläne gemacht, um das Ziel zu erreichen.
  4. Während der Umsetzungsphase tauchen oft weitere Unwegbarkeiten auf, die wir dann begleitend bearbeiten.

Würdest du dich selbst als introvertierten Menschen bezeichnen?
Ich habe sehr starke introvertierte Anteile. Zum Beispiel hasse ich Smalltalk und der Kontakt zu wildfremden Menschen ist für mich echt schwierig. Auch ermüde ich sehr schnell unter Menschen und brauche sehr viel Zeit für mich.
Andererseits gibt es auch eine kleine „Rampensau“ in mir, die ich durch das Improvisationstheater sehr gepflegt habe und die momentan in einem richtigen Aufschwung ist. Diese meine eigene Entwicklung zeigt, dass wir durchaus in der Lage sind, uns neue Qualitäten zu erobern, wenn wir Spaß daran haben. Aber wer mich wirklich kennt, unterschreibt sofort, dass ich introvertiert bin.

Was hat dir selbst geholfen?
Meine eigene Persönlichkeitsentwicklung im Sinne der Selbstakzeptanz. Ich arbeite seit Jahren intensiv an mir, mache sehr viel Selbsterfahrung und arbeite meine Vergangenheit stark auf. Das hilft mir, immer mehr in mir selbst zu ruhen. Und das wiederum lässt mich auf einer Augenhöhe anderen Menschen begegnen, immer und in jedem Kontext. Ich vergleiche mich auch nicht mehr mit anderen, schon gar nicht mit Menschen, die ganz andere Voraussetzungen mitbringen.
So weiß ich um meine Stärken, die ich gezielt ausspielen kann, wenn ich sie brauche. Und ich weiß genau, wo ich Schwächen habe. Entweder ich arbeite daran, wenn es mir wichtig ist, oder ich akzeptiere es so, denn ich muss nicht überall gleich gut sein. Auch habe ich kein Problem damit, das offen zu sagen, was nicht meins ist.
Das alles führt dazu, dass ich (meist) gelassen und souverän bin. Und was gibt es besseres für die Sichtbarkeit und Präsenz?

Welche weiteren Tipps hast du für meine Leser? Wird es zum Beispiel für Introvertierte leichter, die schon länger im Job sind und mehr Erfahrung mitbringen?
Natürlich kann es sehr gut sein, dass Erfahrung im Job dazu führt, dass man sich selbst besser einschätzt und besser weiß, was man braucht. Es kommt aber auf die Erfahrungen an, die man mit anderen Menschen macht und darauf, wie man sich im Kontakt mit anderen erlebt.
Mein grundsätzlicher Tipp ist daher, unabhängig davon, ob man ein Berufsanfänger oder schon ein „alter Hase“ ist: Lernen Sie das, was Sie sind, was Sie können und wie Sie Dinge machen Wert zu schätzen, statt auf andere zu schielen. Und setzen Sie genau das gezielt ein.

Und wenn es um das Netzwerken geht: Suchen Sie Ihren eigenen Weg. Introvertierte brauchen nun mal mehr Angang und Vorbereitung. Deswegen lassen Sie sich bitte nicht verrückt machen von Sprüchen wie „Gehe nie alleine essen“ oder so. Finden Sie Ihr eigenes Warum und Ihre eigene Dosis, weil nur Sie selbst das Maß der Dinge sind. Und gestalten Sie das Netzwerken so, dass Sie Spaß daran haben!

Buchcover Leise ueberzeugen
Buchcover Leise ueberzeugen

Natalie Schnack: „Leise überzeugen. Mehr Präsenz für Introvertierte. Der Ratgeber für Alltag und Beruf.“ Humboldt Verlag 2014, ISBN 978-3869105000, Euro 19,99.

Hier geht es zur Website von Natalie Schnacknatalieschnack.de/

Disclaimer: Natalie und ich kennen und schätzen uns schon länger aus dem beruflichen Kontext. Wir netzwerken also, wenn auch der Small-talk meiner Meinung nach zu kurz kommt;-)

Netzwerken ist Arbeit!

We can do it!
We can do it!

Wenn ich darüber spreche, wie sinnvoll Netzwerken für Jobsuche und Karriere ist, höre ich immer wieder zahlreiche Argumente, warum gerade mein Gegenüber ganz schlecht Netzwerken kann.

Ein sehr beliebtes Argument ist der Zeitfaktor. Völlig zu recht natürlich, denn der Aufbau eines Netzwerks braucht Zeit. Dabei muss man ja nicht nur die Zeitmenge betrachten, die jeden Tag und jede Woche anfällt, sondern auch die Dauer. Realistisch betrachtet kommen die erfolgreichen Netzwerker auf ein Zeit-Investment zwischen drei bis ungefähr zehn Stunden pro Woche. Wenn man dann noch mit einbezieht, dass der Aufbau eines Netzwerks an die zwei Jahre braucht, kommen wir auf ein Mindestinvestment von 300 Stunden (3 Stunden/Woche x 50 Wochen) bis hin zu 1.000 Stunden. Das sind jetzt sehr pauschale Werte, die aber doch ziemlich gut verdeutlichen, in welchen Dimensionen wir uns bewegen. Wenn wir jetzt noch jede Stunde mit 70 Euro beziffern (auch sehr pauschal, ich weiß), kommen wir auf Summen zwischen 21.000 und 70.000 Euro. Nicht schlecht, würde ich mal sagen!

„Wie soll ich das denn schaffen?“, fragen sich viele. Mein Vorschlag dazu: Rechne Netzwerken zu deiner Arbeitszeit!

Netzwerkzeit ist Arbeitszeit!

Der Vorteil: Das gibt dem ganzen eine andere Ernsthaftigkeit! Wenn du dich in der Mittagspause mit jemand zum Austausch triffst, gilt das bereits als Netzwerkzeit. Auch der Austausch und der Vortrag auf der Karrieremesse sind natürlich Arbeitszeit.

Besonders wichtig für Frauen in Eltern- und Teilzeit

Für Frauen halte ich Netzwerken für besonders wichtig. Gerade wer beruflich wegen der Familie zurücksteckt, weniger präsent im Unternehmen ist und dadurch eher von interessanten Projekten und anstehenden Beförderungen ausgenommen ist, sollte netzwerken, was das Zeug hält!

Natürlich ist das Zeitbudget in dieser Phase besonders eng gestrickt – und viele Frauen stecken dann ihrem Mann zuliebe zurück. Somit haben sie auf Dauer noch weniger Kontakte, auf die zurückgreifen können, wenn sie wieder mehr machen können und wollen. Ein Teufelskreis!

Daher sollte auch hier Netzwerkzeit als Arbeitszeit angesehen werden – und fair unter beiden Partnern verteilt werden. Ein bis zwei Abende pro Woche sollten zu machen sein.

Lesetipp: Svenja Hofert hat zu dem Thema in ihrem Karriereblog einen lesenswerten Beitrag geschrieben: Würden Sie 200.000 Euro ins Bloggen investieren oder warum die Gründung so oft schiefläuft (11.7.2014)

Auf die Schnelle: 10 Netzwerk-Tipps to-go

Bild: das_banni / photocase.com
Bild: das_banni / photocase.com

Jeder soll es. Es ist ja sooo sinnvoll! Aber wie gehe ich Netzwerken richtig an? Hier mal ein paar Tipps to-go fürs schnelle Loslegen:

  1. Mach´den ersten Schritt. Du kannst davon ausgehen, dass die meisten Menschen mindestens genauso nervös sind wie du.
  2. Du kannst deinen „Elevator Pitch„. Was das ist? Sage in 30 Sekunden, wer du bist und was du machst. Sei klar, präzise und mutig.
  3. Visitenkarten. Du hast deine Visitenkarten vergessen? Ganz blöd. Die gehören immer in deine Tasche. Und auch noch in die andere. Und ins Portmonnaie. Angekommen?
  4. Bleib dran. Wer nur einmal mit jemandem spricht, bleibt nicht im Gedächtnis. Ruf wieder an. Verabrede dich zum Mittagessen.
  5. Erst geben, dann nehmen. Es funktioniert wie mit dem Karma-Konto: Du musst erst einmal ins Netzwerk einzahlen, ehe es etwas zurück gibt.
  6. Fang früh an. Ein Netzwerk wächst erst langsam. Aber nach einiger Zeit kannst du „ernten“ und auf dein Netzwerk zählen. Daher solltest du es aufbauen, bevor du es brauchst.
  7. Sei verbindlich und klar. Wenn du eine halbe Stunde Zeit benötigst, dann sag das auch. Sag, ob du nur einen Tipp möchtest oder eine Jobempfehlung.
  8. Sei mutig. Rumhängen mit den Leuten, die du eh schon kennst – nett, aber sinnlos! Geh stattdessen ganz bewusst auf neue Menschen zu.
  9. Frei und systematisch. Frag nicht bei jedem Kontakt, ob er dir was bringt. Aber ausschließlich Klönschnack bringt nichts für den Job!
  10. Bleib nüchtern. Bleib wach. Sei nicht langweilig.

Fällt euch noch ein Tipp ein? Bin gespannt!

Das Ziel: Traumjob in der PR. Das Ergebnis: erreicht. Der Weg: Xing, Telefon und Biss.

Judith Peller
Judith Peller

Als Judith Peller, Pressesprecherin bei Wax in the City, bei ihrer Jobsuche nach zwei Enttäuschungen mit ihren letzten Arbeitgebern überlegte, was ihr beim nächsten Job wirklich wichtig wäre, stellte sie fest: Ich will es nicht weit zur Arbeit haben! Also machte sie sich auf die Suche.

JUDITH PELLER, PRESSESPRECHERIN BEI WAX IN THE CITY:

»Nachdem ich nach Ende des Studiums zweimal Pech mit meinen Arbeitgebern hatte, setzte ich mich hin und versuchte erst einmal herauszufinden, was mir denn wirklich wichtig bei meinem nächsten Job wäre. Ich wusste damals nicht viel darüber, was ich wollte – außer, dass meine Arbeitsstelle nicht mehr als zehn Minuten von meiner Wohnung sein sollte. Ich suchte also nach Unternehmen im Umkreis meiner Wohnung, die mich spontan interessierten. Eines der Unternehmen, das ich fand, war Wax in the City. Vier weitere kamen ebenfalls in die engere Wahl – auch wenn die Entfernung mit 20 bis 30 Minuten
etwas größer war.
Bei XING schrieb ich nun fünf Mitarbeiter aus diesen Unternehmen an. Nur zwei meldeten sich auf meine Nachricht, eine davon war eine ärgerliche Antwort mit dem Vorwurf, ich wolle mir Interna erschleichen. Die zweite Antwort war
positiv: Eine Mitarbeiterin von Wax in the City schrieb mir zurück, wir tauschten uns über ihre Arbeit und meine Motivation aus, und ich begann, mich für das Unternehmen zu interessieren. Also sprach ich im nächsten Schritt die Geschäftsführerin direkt an und traf mich schließlich auf einen Kaffee mit ihr. Einen Job im Bereich Kommunikation hatten sie damals leider nicht für mich, aber im Lauf des Gesprächs überzeugte sie mich schließlich, mich wenigstens für eine offene Stelle im Bereich Expansion / Franchise zu bewerben – die ich schließlich auch bekam.
Inzwischen bin ich in die Kommunikation gewechselt – ein Traumjob in einem richtig tollen Unternehmen, der mich sehr glücklich macht. Zur Arbeit fahre ich übrigens nur acht Minuten mit dem Fahrrad.«

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