Darf mir mein Arbeitgeber Online-Profile verbieten?

Ein Gastbeitrag von Rechtsanwältin Nina Diercks. In unserer Reihe beantwortet sie Rechtsfragen rund ums Netzwerken. Und wer Nina Diercks kennt, weiß, dass auf einmal trockene Rechtsthemen ganz schön spannend werden:

Rechtsanwältin Nina Diercks. Bild: Lisa Krechting
Rechtsanwältin Nina Diercks. Bild: Lisa Krechting

Nein, das darf der Arbeitgeber grundsätzlich nicht. Schließlich verfügt jeder über das grundrechtlich geschützte allgemeine Persönlichkeitsrecht. Dieses Recht, dass auch die Persönlichkeitsentfaltung umfasst, wird natürlich nicht am Werkstor oder der Bürotür abgegeben. Genauso wenig wie der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer verbieten kann, in eine bestimmte Kneipe am Abend zu gehen, kann er seinem Angestellten untersagen, bestimmte Online-Netzwerke zu nutzen.

Wenn der Jurist aber, wie ich hier eingangs im Text, „grundsätzlich“ sagt, dann folgt die Relativierung zumeist auf dem Fuße. Es kann ganz konkrete Umstände geben, nach denen ein Arbeitgeber aufgrund seiner zustehenden Rechte, dem Arbeitnehmer doch bestimmte Online-Profile und/oder Eingaben darin verbieten kann. So wird einem Polizisten der Undercover arbeitet, natürlich verboten werden können, seine Identität in soziale Netzwerke zu stellen. Gleiches kann für Mitarbeiter von Sicherheitsunternehmen gelten, welche sich auf Beschattungen etc. spezialisiert haben und für die es ebenfalls notwendig ist, dass die wahren Identitäten der Personen nicht mit einem Klick bei Google entschlüsselt werden können. Denkbar wäre auch, dass z.B. ein Chemiekonzern seinen hochspezialisierten Ingenieuren verbietet, bestimmte Fachkenntnisse bei XING oder LinkedIn einzutragen – und zwar zum Schutz vor Industriespionage. Es wäre möglich, dass ein Wettbewerber anhand der bei dem Chemiekonzern angestellten Ingenieuren sowie deren Spezialisierungen und expliziten Fachkenntnissen ermitteln kann, woran der Konzern gerade forscht. Das kann dem Chemiekonzern zum immensen Nachteil gereichen und insoweit könnte hier beispielsweise das Verbot, Spezialisierungen und besondere Fachkenntnisse in die Netzwerke einzutragen, verhältnismäßig sein.

Allerdings – lange Rede, kurzer Sinn: Otto-Normal-Arbeitnehmer kann ein bestimmtes Online-Profil in der Regel nicht verboten werden.

Nina Diercks, MLitt (University of Aberdeen) ist Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Dirks & Diercks in Hamburg und Gründerin wie Autorin des Social Media Recht Blog. In ihrer täglichen Arbeit beschäftigt sie sich mit all den juristischen Fragen, denen Unternehmen in der digitalen Welt begegnen. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Beratung und Vertragsgestaltung.

Ab wann besteht eine Impressumspflicht?

Ein Gastbeitrag von Rechtsanwältin Nina Diercks. In unserer Reihe beantwortet sie Rechtsfragen rund ums Netzwerken. Und wer Nina Diercks kennt, weiß, dass auf einmal trockene Rechtsthemen ganz schön spannend werden:

Rechtsanwältin Nina Diercks. Bild: Lisa Krechting
Rechtsanwältin Nina Diercks. Bild: Lisa Krechting

Gucken wir doch einfach mal ins Gesetz, dort steht:

Diensteanbieter haben für geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene Telemedien folgende Informationen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar zu halten:

Was ist ein Telemedium?

Unter den Begriff der Telemedien fallen Webseiten und Blogs aber auch Facebook-Fanseiten oder Twitter-Accounts. Das heißt dieses Tatbestandsmerkmal ist grundsätzlich erfüllt, wenn ich einen eigenen „Standort“ im Web aufbauen möchte – und zwar unabhängig davon, ob ich einen Blog nun selber hoste oder eine Präsenz auf Twitter aufbaue.

Was meint „geschäftsmäßig“, wer braucht ein Impressum

Bei dem Begriff „geschäftsmäßig“ könnte man jedoch auf die Idee kommen, dass damit nur die Websites von Unternehmen oder Blogger, die jedenfalls ihren Lebensunterhalt mit dem Verdienst aus dem Blog bestreiten können, gemeint sein könnten. Doch weit gefehlt. Ein Diensteanbieter handelt schon dann geschäftsmäßig, wenn er Telemedien (Blog, Portfolio-Website oder Facebook-„Fanpage“) aufgrund einer nachhaltigen Tätigkeit mit oder ohne Gewinnerzielungsabsicht erbringt. Sprich, wer einen Blog aufsetzt oder einen Twitter-Account einrichtet, um sich beispielsweise als Experte in einem bestimmten Fachbereich sichtbar zu machen, der benötigt ein ordentliches Impressum. Und zwar ganz gleich, ob mit diesem Blog Geld verdient wird oder nicht.

Bei Freiberuflern, wie zum Beispiel Textern oder Grafikern, sieht es so aus, dass diese gegebenenfalls sogar ihr „privates“ Facebookprofil mit einem Impressum versehen müssen. Jedenfalls dann, wenn dieses Facebook-Profil auch dazu genutzt wird, nachhaltig über die eigenen Tätigkeiten öffentlich zu informieren und eben nicht nur Cat-Content (oder die Bilder vom letzten Grillabend) in mehr oder minder geschlossenen Nutzerkreisen veröffentlicht wird. Freiberufler sollten – aufgrund der jüngsten Gerichtsurteile zum Thema – auch unbedingt auf XING ein Impressum hinterlegen, so merkwürdig das auch anmuten mag (schließlich stehen bei XING ja gerade alle Daten schon bereit).

Wer allerdings wirklich nur als Privatperson in den verschiedenen Netzwerken unterwegs ist, um dort Netzwerke für das berufliche Fortkommen zu knüpfen, und wer keinerlei eigene „Plattform“ über Facebook oder Twitter aufbaut, der benötigt auch kein Impressum.

Und was muss in ein Impressum rein?

Das kann man ganz einfach selber nachlesen. Und zwar in § 5 Telemediengesetz. Einfach googlen. Dort steht, was drinstehen muss. Es ist kein Hexenwerk. Versprochen.

Nina Diercks, MLitt (University of Aberdeen) ist Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Dirks & Diercks in Hamburg und Gründerin wie Autorin des Social Media Recht Blog. In ihrer täglichen Arbeit beschäftigt sie sich mit all den juristischen Fragen, denen Unternehmen in der digitalen Welt begegnen. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Beratung und Vertragsgestaltung.

Was muss ich bei Zitaten beachten?

Ein Gastbeitrag von Rechtsanwältin Nina Diercks. In unserer Reihe beantwortet sie Rechtsfragen rund ums Netzwerken. Und wer Nina Diercks kennt, weiß, dass auf einmal trockene Rechtsthemen ganz schön spannend werden:

Rechtsanwältin Nina Diercks. Bild: Lisa Krechting
Rechtsanwältin Nina Diercks. Bild: Lisa Krechting

Am wichtigsten ist es hier, dem Irrglauben abzuschwören, ein Zitat sei schon dann ein Zitat, wenn nur die Quelle dran geschrieben würde. Dem ist nicht so. Vielmehr hat ein rechtmäßiges Zitat die folgenden fünf Voraussetzungen:

1. Ein Zitat ist nur der Teil eines Textes
Auch wenn es immer wieder zu sehen ist, es ist nicht zulässig einen ganzen Blogbeitrag zu kopieren, auf die eigene Website oder den eigenen Blog zu stellen und unter Nennung des Autors zu „zitieren“. Für ein Zitat dürfen nämlich nur „Stellen eines Werkes“, also Teile eines Textes, beansprucht werden. Dieser verwendete Teil muss darüber hinaus noch über die sogenannte Belegfunktion verfügen, das heißt die eigenen Gedanken und Ausführungen müssen durch das Zitat gestützt werden oder sich eben konkret mit diesem Zitat auseinandersetzen. Doch was heißt das im Übrigen? Klare Richtlinien wie „Ein Satz ist erlaubt, drei aber nicht“ gibt es hier nicht. Der Bundesgerichtshof stellt sogar klar: „Arithmetische Maßstäbe verbieten sich“ (BGHZ 28 234/242). Es kommt also – wie so oft – auf den Einzelfall an. Beurteilungskriterien sind hierbei das Verhältnis von zitiertem und neuem Text sowie der Zitatzweck. Jedenfalls „dürfen [Zitate] aber nicht ein derartiges Ausmaß erreichen, dass sie nicht mehr lediglich eine in dem zitierenden Werk vertretene Ansicht stützen, sondern dieses Werk über weite Strecken selbstständig tragen.” (BGH, GRUR 1982, 37 [40] – WK-Dokumentation). Anders ausgedrückt: Wenn das „Zitat“ keinen eigenen Gedanken (mehr) untermauert, sondern mehr oder minder den eigentlichen Textbeitrag darstellt, dann ist es an der Zeit, den eigenen Text zu überdenken.

2. Ein Zitat wird in einen eigenen Text eingebunden
Ein Zitat, also der vorgenannte Textausschnitt, darf nur in einen selbstständigen eigenen, im Sinne des UrhG schutzfähigen, Text eingebettet sein. Der Hintergrund hierfür ist, dass das Zitatrecht das geistige Schaffen fördern und deswegen nur demjenigen zur Verfügung stehen soll, der selbst eine persönliche geistige Schöpfung zustande bringt (Schricker – UrhG, 4. Auflage 2010, Schricker/Spindler, § 51, Rn. 20). Auch deswegen ist es nicht möglich, den eigenen Blog durch „Copy + Paste“ eines fremden Artikels und der Nennung des Autors „aufzuhübschen“ und das Ganze mit dem Zitatrecht zu rechtfertigen. Ebenso wenig ist es im Sinne des Zitatrechts möglich, verschiedene Textausschnitte schlicht neu auszuwählen und anzuordnen, um daraus mit Hilfe von Textverbindungen einen „neues“ Werk zu kreiieren. Zwar kann so unter Umständen ein eigenes Werk geschaffen werden, es fehlt jedoch die Unabhängigkeit vom Zitatstoff im Ganzen. (vgl. Schricker – UrhG, 4. Auflage 2010, Schricker/Spindler, § 51, Rn. 22). Vereinfacht gesagt: Vermeiden Sie den „Aufguss“ von vorhandenen Texten.

3. Ein Zitat wird nach außen kenntlich gemacht
Wie heißt es im Kommentar sehr schön dazu: „Zum Wesen des Zitats gehört zunächst, dass es nicht ununterscheidbar in das zitierende Werk integriert, sondern als fremde Zutat ersichtlich gemacht wird.“ (Schricker – UrhG, 4. Auflage 2010, Schricker/Spindler, § 51, Rn. 15, mwN). Ergo sollte das Zitat durch kursive Schriftsetzung oder Anführungsstriche oder ähnliches vom sonstigen Text abgesetzt sein.

4. Ein Zitat wird nicht unnötig verändert
Ob und inwieweit Änderungen am Zitat, wie Kürzungen, Erweiterungen oder Übersetzungen zulässig sind,, bestimmt sich wiederum nach dem Zitatzweck. Der gesunde Menschenverstand ist hier jedoch ebenso ein guter Ratgeber wie bei der Frage nach der so genannten Entstellung: Ein an sich korrektes Zitat darf nämlich nicht derart aus dem Kontext gerissen wiedergegeben werden, dass es einen völlig anderen Sinn bekommt.

5. Nennung des Urhebers
Nennen Sie den Urheber und die Quelle: Für ein rechtmäßiges Zitat ist immer der Urheber zu benennen. Und zwar unmittelbar am verwendeten Textstück, nebst originärer Quelle. Dies kann im Text selbst, als Einschub in Klammern, per Fußnote oder im Internet via Link, geschehen.

Wenn Sie Ihren Text und Ihre Zitate auf diese fünf Punkte hin mit dem eben schon genannten Verstand abklopfen, dann sollte beim Zitieren eigentlich nichts schief gehen.

Last but not least, möchte ich noch mit einen weiteren Irrglauben aufräumen: Dem des Bildzitats. Ein Bildzitat ist nur unter sehr, sehr engen Voraussetzungen möglich. Ein Bildzitat hat zur Voraussetzung, dass sich wirklich konkret mit dem Bild selbst inhaltlich auseinandergesetzt wird. Das ist so gut wie nie der Fall. Sie dürfen Bilder nie „zitieren“, um damit Ihren Blog „aufzuhübschen“ oder ähnliches. Das ist kein vom Gesetz gedeckter Zitatzweck und damit ist dann die Verwendung des Bildes eine Urheberrechtsverletzung. Merken Sie sich der Einfachheit halber: Es gibt kein Bildzitat.

So, nun sollte das mit dem Zitieren wirklich nicht mehr schiefgehen.

Nina Diercks, MLitt (University of Aberdeen) ist Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Dirks & Diercks in Hamburg und Gründerin wie Autorin des Social Media Recht Blog. In ihrer täglichen Arbeit beschäftigt sie sich mit all den juristischen Fragen, denen Unternehmen in der digitalen Welt begegnen. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Beratung und Vertragsgestaltung.

Darf ich Bewerbungsfotos bei Xing, LinkedIn oder in anderen Netzwerken benutzen?

Ein Gastbeitrag von Rechtsanwältin Nina Diercks. In unserer Reihe beantwortet sie Rechtsfragen rund ums Netzwerken. Und wer Nina Diercks kennt, weiß, dass auf einmal trockene Rechtsthemen ganz schön spannend werden:

Rechtsanwältin Nina Diercks. Bild: Lisa Krechting
Rechtsanwältin Nina Diercks. Bild: Lisa Krechting

Und schon geht es los mit der klassischen Juristenantwort: Es kommt darauf an. Und worauf genau? Nun, wenn ich Fotografien anfertigen lasse – gleich welche – dann hat der Fotograf daran das Urheberrecht. Damit ich die Fotografien nutzen darf, benötige ich die Nutzungsrechte. Diese muss mir der Fotograf einräumen. Und nun kommt es darauf an, in welchem Umfang mir der Fotograf die Nutzungsrechte eingeräumt hat. Darf ich die Fotografien nur analog auf einer Papier-Bewerbung verwenden, juristisch betrachtet, also verbreiten? Oder darf ich die Fotografien auch ins Internet stellen (der Jurist sagt dazu „öffentlich zugänglich machen“)? Fragen über Fragen. Und in den seltensten Fällen verlässt man das Fotostudio mit einem geordneten Lizenzvertrag.

Doch da kommt die sogenannte Zweckübertragungslehre ins Spiel. § 31 Abs. 5 Urheberrechtsgesetz besagt nämlich „Sind bei der Einräumung eines Nutzungsrechts die Nutzungsarten nicht ausdrücklich einzeln bezeichnet, so bestimmt sich nach dem von beiden Partnern zugrunde gelegten Vertragszweck, auf welche Nutzungsarten es sich erstreckt.“  Anders ausgedrückt, hat man keinen expliziten Vertrag, so wird sich überlegt, was wohl der ursprüngliche Zweck der Angelegenheit war und danach bemisst sich, was ich mit den Fotos darf oder eben nicht darf.

Damit sind wir auch schon wieder zurück bei der Einstiegsfrage: Überreicht mir der Fotograf also ausschließlich zehn Fotografien auf Fotopapier, so ist davon auszugehen, dass ich nur das Nutzungsrecht für genau diese zehn Fotografien erhalten habe. Ich darf sie nicht kopieren. Und ich darf sie auch nicht fotografieren und dann ins Internet stellen. Folglich darf ich die Fotos auch nicht bei XING oder LinkedIn nutzen. Denn Fotografien auf Fotopapier haben nun einmal die Eigenschaft, dass sie vom ursprünglichen Zweck her nur auf Papierbewerbungen eingesetzt werden.

Überreicht mir der Fotograf hingegen eine CD mit digitalen Fotodateien kann die Sache schon anders aussehen. Die Dateien erhält die abgebildete Person in der Regel, um von den einzelnen Fotografien unbegrenzt Kopien anfertigen lassen zu können. Der Fotografierte kann also die Fotos in jedem Fall in unbegrenzter Zahl auf Fotopapier vervielfältigen. Ob die digitalen Dateien aber auch ins Internet gestellt werden dürfen, ist deswegen noch nicht ganz klar. Befinden sich auf der CD druckfähige, hochauflösende Dateien und jeweils komprimierten Bilder, wie sie zum Einstellen in Portale üblicherweise geeignet sind, dann spricht das dafür, dass die Fotografien auch öffentlich zugänglich gemacht und damit bei XING oder LinkedIn verwendet werden dürfen. Denn zu welchem Zweck sollten sonst komprimierte Dateien beigefügt werden? Mangelt es eben an jenen komprimierten Dateien, könnte dies zu Gunsten des Urhebers, also des Fotografen, dafür streiten, dass mit der Übergabe der Foto-CD nicht das Recht eingeräumt wurde, die Fotografien auch auf Netzwerken im Internet zu nutzen.

Der eine oder andere Leser mag nun an dieser Stelle einwerfen „Ja, aber wozu werden die Bilder denn sonst heutzutage gemacht!? Das ist doch klar!“ Ja, damit würde ich einen Mandanten auch verteidigen. Allerdings streitet der oben genannte Zweckübertragungsgrundsatz immer zu Gunsten des Urhebers. Das heißt, wenn eben nicht klar ist, dass auch bei einer Übergabe von ausschließlich hochauflösenden Bildern, eben diese Bilder für das Internet genutzt werden dürfen, wird ein Richter im Zweifel für den Urheber entscheiden.

Und was passiert, wenn ich die Fotos trotzdem einfach im Internet verwende? Wenn das Recht zur öffentlichen Zugänglichmachung nicht übertragen wurde, dann kann als nächstes eine Abmahnung im Briefkasten liegen. Damit wird dann Unterlassung, Erstattung der Rechtsanwaltskosten und Schadensersatz verlangt.

„Schadensersatz?“ mögen Sie an dieser Stelle wieder ausrufen und denken, dass Sie die Fotos doch schon bezahlt hätten. Nun, wenn Sie Fotos in Papierform oder als hochauflösenden Digitaldateien erhalten haben, dann haben Sie im Zweifel eben genau nur für das Recht bezahlt, die Fotos verbreiten bzw. vervielfältigen zu dürfen. Aber nicht, die Fotos öffentlich zugänglich zu machen. Das sind unterschiedliche Nutzungsarten und eine sogenannte Lizenz (das Recht zur Nutzung) haben Sie eben nur für erstere Nutzungsart erworben. Also müssen Sie dann eben für die unerlaubte Nutzung (für das ins Internet stellen) Schadenersatz zahlen.

Des Rätsels Lösung: Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Rechte Sie erworben haben, dann klären Sie das mit Ihrem Fotografen. Wundern Sie sich aber nicht, wenn er dann mehr Geld verlangt. Denn im Zweifel haben Sie nun eine Lizenzerweiterung gekauft. Dafür können Sie die Bilder aber ohne Bedenken ins Internet stellen.

Nina Diercks, MLitt (University of Aberdeen) ist Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Dirks & Diercks in Hamburg und Gründerin wie Autorin des Social Media Recht Blog. In ihrer täglichen Arbeit beschäftigt sie sich mit all den juristischen Fragen, denen Unternehmen in der digitalen Welt begegnen. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Beratung und Vertragsgestaltung.

„Jobs werden häufig beim Kaffee gemacht!“ Lars Hahn im Interview

Lars Hahn
Lars Hahn

Lars Hahn verantwortet als Geschäftsführer die LVQ Weiterbildung gGmbH. Ich kenne ihn außerdem als einen außergewöhnlichen Netzwerker, der unter @DerLarsHahn twittert, auf Facebook teilt, kommentiert und in seinem Blog „Systematisch Kaffeetrinken“ über seine persönlichen Ansichten zu Karriere, Weiterbildung, Arbeitswelt und Social Media bloggt. Über sich selbst schreibt er: „Trendschnüffeln, Social Media und Netzwerken – virtuell und real – sind meine Passion.“ Als gebürtiger Ostfriese spricht Lars fließend plattdeutsch (was ich sehr gern höre!), als Wahl-Bewohner des Ruhrgebiets liebt er es zu joggen und zeigt auch schon mal ein paar Streckenansichten bei Instagram unter @derlarshahn.

Ute Blindert: Moin Lars, Ostfriesen gelten ja eher als zurückhaltend. Warum klappt das mit dem Netzwerken eigentlich so gut bei dir?
Da bin ich wohl eher untypisch. Ich bin aber ja auch einige Zeit im Ruhrgebiet. Und hier sind die Leute sehr unkompliziert. Da hab ich wohl was abgekriegt.

Vor einiger Zeit hast du dein Blog „Systematisch Kaffeetrinken“ ins Leben gerufen. Was verstehst du genau darunter?
Naja, wenn man zum Bespiel Leute fragt, wie sie ihren Job bekommen haben, so folgt manchmal als Antwort: „Das war quasi zufällig. Ich hatte eine alte Freundin zum Kaffee getroffen, und als sie da so über den Stress bei ihrer Arbeit plauderte, weil sie zu wenige seien, da ergab eines das andere und ich saß am nächsten Tag bei ihrem Chef. Kurzes Gespräch und ich hatte den Job.“ Typisches Beispiel.
Jobs werden also häufig beim Kaffee gemacht. Und da man meistens nicht auf den Zufall warten kann, sollte man eben Systematisch Kaffeetrinken.

Du befasst dich auf deinem Blog auch viel mit der „Arbeitswelt der Zukunft“. Welche Entwicklungen siehst Du in der kommenden Zeit als besonders entscheidend an?
Digitalisierung ist natürlich nicht nur ein Buzzword, sondern in der Tat noch lange Zeit ein Kernthema. Vernetztes Herangehen an die Arbeit geht damit einher.
Zwar werden auch Flexibiliät von Arbeitsort und –zeiten Einzug halten, was sich viele wünschen, aber auch das erfordert neue Fähigkeiten. Selbstorganisation ist da zu nennen. Das bringt einem ja in der Regel keiner bei.

Viele Menschen sagen ja immer, zum Netzwerken hätten sie keine Zeit. Was antwortest du denen?
Ich kenne Menschen, die sagen, sie hätten zum Schlafen keine Zeit. Es ist eben eine Frage der Prioritäten. Außerdem: Wenn man Netzwerken weniger als Tätigkeit, sondern mehr als Spiel betrachtet, geht das automatisch ins Blut über.

Manche reagieren ganz allergisch, wenn man ihnen vorschlägt, sich Facebook auch mal als berufliches Netzwerk anzuschauen. „Ich poste doch nicht mein Mittagessen!“ rufen sie empört. Von dir sieht man auch schon deine Joggingstrecke… Wie siehst du das denn?
Ich bin ja auch bei Facebook nicht wirklich privat. Aber sehr persönlich. Das heißt, „Menscheln“ darf schon dazu gehören. Übers Joggen habe ich seit je her gerne auch im Geschäftsalltag gesprochen.
Wer Facebook aber nicht beruflich nutzen möchte, der soll das auch lassen. Aber dann werden XING und LinkedIn umso wichtiger.

Du hast mir mal erzählt, dass du Pädagogik studiert und lange als Fahrlehrer gearbeitet hast. Heute bist du Geschäftsführer einer Bildungseinrichtung. Wie wird man das?
Ich bin da so reingerutscht. Ernsthaft? Wer Pädagogik studiert, macht das nicht unbedingt, um Geschäftsführer zu werden, sondern eher um die Welt ein bischen besser zu machen. Aber mein Studienthema war bereits Bildungsberatung und -management. Das mache ich heute noch. Nur eben leitender. Karrieren sind in kleinen Unternehmen oft recht unpragmatisch. Bei Engagement wirst Du da automatisch gefordert.

Was würdest du den Absolventen deiner Kurse empfehlen? Sollen sie nun netzwerken oder brauchen sie es vielleicht gar nicht?
Klar. Wenn man netzwerken pragmatisch betrachtet, kann das ja jeder. Wir haben ja viele Hochschulabsolventen, die sogar mit Support durch Arbeitsagentur oder Jobcenter ihre Weiterbildung bei uns machen. Viele dieser Absolventen sind ja Naturwissenschaftler oder Ingenieure, die bei uns zum Beispiel Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Qualitätsmanager werden. Denen empfehle ich dann bisweilen, „Feldforschung“ in punkto beruflichem Arbeitsfeld zu betreiben – gewissermaßen fächergerechtes Netzwerken.
Unseren geisteswissenschaftlich oder BWL-geprägten Teilnehmern, die bei uns eher Marketing, Online-Redaktion oder Social Media Management machen, rate ich dann schon zu beruflicher Marktforschung.
Wichtig ist doch, dass die Art des Netzwerkens zu einem passt. Und ob ich jetzt systematisch Kaffeetrinken oder Teetrinken gehe, ist dann eher einerlei.

Abschlussfrage: Wenn wir uns endlich mal wieder auf einen echten Kaffee treffen, welche Art der Zubereitung empfiehlst du mir?
Ich selbst stehe ja auf espresso doppio macchiato. Also starker Espresso mit reinem Milchschaum. Deutschen Bohnenkaffee trinke ich ja auch. Dann am liebsten schwarz. Aber Dir würde ich empfehlen, den Kaffee so zu trinken, wie er zu Dir passt.

Netzwerken für Introvertierte – Interview mit Natalie Schnack

Natalie Schnack spielt Improtheater. Dass sie sich selbst als introvertierten Menschen bezeichnet nimmt man ihr erst einmal gar nicht ab, so herzlich und offen geht sie auf Menschen zu. Mit ihrem Buch „Leise überzeugen. Mehr Präsenz für Introvertierte. Der Ratgeber für Alltag und Beruf“ hilft sie Introvertierten, auf Augenhöhe zu kommunizieren und sichtbar zu werden. Da ich das Argument: „Ach, Netzwerken liegt mir nicht so, dafür bin ich zu zurückhaltend,“ sehr oft höre, freue ich mich sehr darauf, ein paar Tipps von Natalie einholen zu können.

Ute Blindert: Hallo Natalie, wenn ich übers Netzwerken spreche, höre ich von vielen Menschen das Argument: „Das liegt mir nicht. Dafür bin ich zu zurückhaltend.“ Was hältst du davon?
Ich nehme diese Aussage sehr ernst. Nicht zuletzt, weil ich selbst betroffen bin. Nur habe ich es gelernt, die Sache mit Vorbereitung anzugehen. Das heißt, ich nutze intensiv Social Media, wo man sich über einen längeren Zeitraum interessanten Menschen gut annähern kann. Wenn wir uns dann persönlich treffen, kann ich offen in den Kontakt gehen. Aber lass mich allein in einem Raum voller fremden Menschen, da bin ich verloren.

Überzeugt leise – und macht manchmal auch Krach: Natalie Schnack. Bild: Cornelia Hansen

Da macht sich der Unterschied zwischen introvertiert und extrovertiert wirklich bemerkbar. Wir werden ja schon mit einem bestimmten Temperament geboren. Und am stärksten werden wir durch unsere Umwelt und unsere Erfahrungen mit anderen Menschen geprägt.
Wenn man schon von klein auf sich selbst genug ist und nur wenig Kontakt zu anderen braucht, um zufrieden und nicht gelangweilt zu sein, bekommt man ja auch oft Unverständnis gespiegelt. Unsere Gesellschaft ist nun mal auf das Miteinander und Gruppen ausgerichtet. Da fällt man dann schnell aus dem Rahmen, wenn man das nicht so mag, oft nachdenklich ist und viel Ruhe braucht.
Das ist natürlich ganz anders bei jemanden, der von Anfang an sehr aufgeweckt ist und viel Kontakt und Austausch mit anderen braucht, um Dinge zu entwickeln und zufrieden zu sein, also extrovertiert ist.

Netzwerken ist eine Fähigkeit, die man sich durch das ständige Üben über das ganze Leben aneignet. Jemand, der schon immer viel Kontakt zu anderen aufgenommen hat und sich es nicht anders vorstellen kann, ist da natürlich im Vorteil, wenn es darum geht, schnell mit Fremden eine Verbindung einzugehen. Ganz anders ist es für jemanden, der diese Erfahrungen so nicht machen konnte. Und auch die Notwendigkeit nicht so sieht.

Introvertierte brauchen ein starkes Warum

Das heißt, zurückhaltende Menschen haben vollkommen recht, wenn Sie sagen, dass sie das so nicht können. Für sie läuft Netzwerken nicht so, wie das überall propagiert wird, da es immer auf Extrovertierte bezogen ist. Introvertierte brauchen erst einmal ein wirklich starkes Warum – Sie müssen eine starke Motivation finden, um sich diese neuen Qualitäten anzueignen.

Wie arbeitest du mit den Menschen daran, sichtbarer zu werden?
Für mich ist das Wichtigste, dass die Menschen, die zu mir kommen, erkennen, dass sie nicht irgendwie „falsch“ oder „mängelbehaftet“ sind, wenn sie dem Ruf der Gesellschaft nach Exzellenz, Inszenierung, Verkaufs- und Selbstanpreisung nicht entsprechen (wollen).
Selbstakzeptanz ist eine der wichtigsten Aufgaben der Persönlichkeitsentwicklung, finde ich. Und dazu gehört, dass jeder Mensch weiß, was ihn ausmacht, wo er sich von anderen in seinem Umfeld unterscheidet und das als etwas Erfreuliches Wert schätzt, statt irgendjemand sein zu wollen, der man nicht ist.

Baustellen müssen bearbeitet werden

Und natürlich auch die eigenen Baustellen zu bearbeiten. Dazu gehören auch die Schwierigkeiten beim Netzwerken:

  1. Wir erarbeiten ein klares Ziel und die Motivation dazu (das Warum)
  2. Hier tauchen dann die Bedenken auf, warum das alles doch nicht geht. Das ist ein wichtiger Ansatzpunkt. Also arbeiten wir daran, diese Bedenken aufzulösen.
  3. Dann werden konkrete Pläne gemacht, um das Ziel zu erreichen.
  4. Während der Umsetzungsphase tauchen oft weitere Unwegbarkeiten auf, die wir dann begleitend bearbeiten.

Würdest du dich selbst als introvertierten Menschen bezeichnen?
Ich habe sehr starke introvertierte Anteile. Zum Beispiel hasse ich Smalltalk und der Kontakt zu wildfremden Menschen ist für mich echt schwierig. Auch ermüde ich sehr schnell unter Menschen und brauche sehr viel Zeit für mich.
Andererseits gibt es auch eine kleine „Rampensau“ in mir, die ich durch das Improvisationstheater sehr gepflegt habe und die momentan in einem richtigen Aufschwung ist. Diese meine eigene Entwicklung zeigt, dass wir durchaus in der Lage sind, uns neue Qualitäten zu erobern, wenn wir Spaß daran haben. Aber wer mich wirklich kennt, unterschreibt sofort, dass ich introvertiert bin.

Was hat dir selbst geholfen?
Meine eigene Persönlichkeitsentwicklung im Sinne der Selbstakzeptanz. Ich arbeite seit Jahren intensiv an mir, mache sehr viel Selbsterfahrung und arbeite meine Vergangenheit stark auf. Das hilft mir, immer mehr in mir selbst zu ruhen. Und das wiederum lässt mich auf einer Augenhöhe anderen Menschen begegnen, immer und in jedem Kontext. Ich vergleiche mich auch nicht mehr mit anderen, schon gar nicht mit Menschen, die ganz andere Voraussetzungen mitbringen.
So weiß ich um meine Stärken, die ich gezielt ausspielen kann, wenn ich sie brauche. Und ich weiß genau, wo ich Schwächen habe. Entweder ich arbeite daran, wenn es mir wichtig ist, oder ich akzeptiere es so, denn ich muss nicht überall gleich gut sein. Auch habe ich kein Problem damit, das offen zu sagen, was nicht meins ist.
Das alles führt dazu, dass ich (meist) gelassen und souverän bin. Und was gibt es besseres für die Sichtbarkeit und Präsenz?

Welche weiteren Tipps hast du für meine Leser? Wird es zum Beispiel für Introvertierte leichter, die schon länger im Job sind und mehr Erfahrung mitbringen?
Natürlich kann es sehr gut sein, dass Erfahrung im Job dazu führt, dass man sich selbst besser einschätzt und besser weiß, was man braucht. Es kommt aber auf die Erfahrungen an, die man mit anderen Menschen macht und darauf, wie man sich im Kontakt mit anderen erlebt.
Mein grundsätzlicher Tipp ist daher, unabhängig davon, ob man ein Berufsanfänger oder schon ein „alter Hase“ ist: Lernen Sie das, was Sie sind, was Sie können und wie Sie Dinge machen Wert zu schätzen, statt auf andere zu schielen. Und setzen Sie genau das gezielt ein.

Und wenn es um das Netzwerken geht: Suchen Sie Ihren eigenen Weg. Introvertierte brauchen nun mal mehr Angang und Vorbereitung. Deswegen lassen Sie sich bitte nicht verrückt machen von Sprüchen wie „Gehe nie alleine essen“ oder so. Finden Sie Ihr eigenes Warum und Ihre eigene Dosis, weil nur Sie selbst das Maß der Dinge sind. Und gestalten Sie das Netzwerken so, dass Sie Spaß daran haben!

Buchcover Leise ueberzeugen
Buchcover Leise ueberzeugen

Natalie Schnack: „Leise überzeugen. Mehr Präsenz für Introvertierte. Der Ratgeber für Alltag und Beruf.“ Humboldt Verlag 2014, ISBN 978-3869105000, Euro 19,99.

Hier geht es zur Website von Natalie Schnacknatalieschnack.de/

Disclaimer: Natalie und ich kennen und schätzen uns schon länger aus dem beruflichen Kontext. Wir netzwerken also, wenn auch der Small-talk meiner Meinung nach zu kurz kommt;-)

Netzwerken ist Arbeit!

We can do it!
We can do it!

Wenn ich darüber spreche, wie sinnvoll Netzwerken für Jobsuche und Karriere ist, höre ich immer wieder zahlreiche Argumente, warum gerade mein Gegenüber ganz schlecht Netzwerken kann.

Ein sehr beliebtes Argument ist der Zeitfaktor. Völlig zu recht natürlich, denn der Aufbau eines Netzwerks braucht Zeit. Dabei muss man ja nicht nur die Zeitmenge betrachten, die jeden Tag und jede Woche anfällt, sondern auch die Dauer. Realistisch betrachtet kommen die erfolgreichen Netzwerker auf ein Zeit-Investment zwischen drei bis ungefähr zehn Stunden pro Woche. Wenn man dann noch mit einbezieht, dass der Aufbau eines Netzwerks an die zwei Jahre braucht, kommen wir auf ein Mindestinvestment von 300 Stunden (3 Stunden/Woche x 50 Wochen) bis hin zu 1.000 Stunden. Das sind jetzt sehr pauschale Werte, die aber doch ziemlich gut verdeutlichen, in welchen Dimensionen wir uns bewegen. Wenn wir jetzt noch jede Stunde mit 70 Euro beziffern (auch sehr pauschal, ich weiß), kommen wir auf Summen zwischen 21.000 und 70.000 Euro. Nicht schlecht, würde ich mal sagen!

„Wie soll ich das denn schaffen?“, fragen sich viele. Mein Vorschlag dazu: Rechne Netzwerken zu deiner Arbeitszeit!

Netzwerkzeit ist Arbeitszeit!

Der Vorteil: Das gibt dem ganzen eine andere Ernsthaftigkeit! Wenn du dich in der Mittagspause mit jemand zum Austausch triffst, gilt das bereits als Netzwerkzeit. Auch der Austausch und der Vortrag auf der Karrieremesse sind natürlich Arbeitszeit.

Besonders wichtig für Frauen in Eltern- und Teilzeit

Für Frauen halte ich Netzwerken für besonders wichtig. Gerade wer beruflich wegen der Familie zurücksteckt, weniger präsent im Unternehmen ist und dadurch eher von interessanten Projekten und anstehenden Beförderungen ausgenommen ist, sollte netzwerken, was das Zeug hält!

Natürlich ist das Zeitbudget in dieser Phase besonders eng gestrickt – und viele Frauen stecken dann ihrem Mann zuliebe zurück. Somit haben sie auf Dauer noch weniger Kontakte, auf die zurückgreifen können, wenn sie wieder mehr machen können und wollen. Ein Teufelskreis!

Daher sollte auch hier Netzwerkzeit als Arbeitszeit angesehen werden – und fair unter beiden Partnern verteilt werden. Ein bis zwei Abende pro Woche sollten zu machen sein.

Lesetipp: Svenja Hofert hat zu dem Thema in ihrem Karriereblog einen lesenswerten Beitrag geschrieben: Würden Sie 200.000 Euro ins Bloggen investieren oder warum die Gründung so oft schiefläuft (11.7.2014)

Angefragt bei Xing. Wie soll ich als Absolvent damit umgehen?

Ich bin Diplom-Absolvent einer technischen Fachrichtung an einer Fachhochschule. Aktuell liegt mir eine Anfrage via Xing zu einer Stelle vor. Ich frage mich nun, wie ich mit Anfragen über Xing oder LinkedIn umgehen soll? Wie kann ich feststellen, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt? 

Herzlichen Glückwunsch, kann ich da nur sagen! Freuen Sie sich erst einmal, dass Ihr Profil bei Xing Beachtung findet. Denn je mehr Anfragen Sie bekommen, umso eher ergeben sich auch gute Jobchancen. Bei der Vorgehensweise würde ich empfehlen, sich den Anbieter erst einmal anzuschauen: Wie wirkt der Inhalt der Mail auf Sie? Sieht das nach Massenmail aus oder hat sich jemand Ihr Profil wirklich angeschaut? Welchen Eindruck macht die Website des Unternehmens auf Sie? Wie wird das Unternehmen in Bewertungsportalen wie www.kununu.com bewertet?

Wenn Sie einen grundsätzlich guten Eindruck bekommen, sollten Sie Kontakt aufnehmen, vielleicht sogar direkt per Telefon. So lassen sich oft viele offene Fragen direkt klären. Fragen Sie in so einem Gespräch auch ruhig einmal, wie Ihr Ansprechpartner auf Ihr Profil gestoßen ist und welchen Eindruck es auf ihn gemacht hat. So bekommen Sie oft wertvolle Tipps zur Optimierung des Profils.

PS: Im Buch „Per Netzwerk zum Job. Insider zeigen, wie du deine Träume verwirklichen kannst.“ erklärt Profilagentin Kixka Nebraska, was man bei seinem Profil in Berufsnetzwerken wie Xing und LinkedIn unbedingt beachten sollte.